Schwarzpulverrallye

BU – Stammi Fulda auf Selbstfindung

oder : Männer allein im Wald.

…… Drei, Zwei, Eins – AUSGESETZT – Wieder mal.

Am Donnerstag Nachmittag des ersten Märzwochenendes standen einige Seminarteilnehmer des BU-Stammtisch Fulda, nach kurzer Anreise in den tiefsten Odenwald erneut vor der Aufgabe die mitgebrachten Vorräte bis zum Sonntag zu vernichten und jede Menge Spaß zu haben.

Brennholz, Nahrungsmittel und diverse Alkoholika sollen schließlich den Weg ihrer Bestimmung antreten um das Gleichgewicht des Universums zu gewährleisten. Denn wie allgemein bekannt,  ständig ist alles im Flow um die Unebenheiten des Daseins zu glätten und Energiedifferenzen aus zu gleichen.

Selten genug gibt es Gelegenheiten im täglichen HeckMeck, die es uns ermöglichen, unser Innerstes nach Außen zu kehren und einen Moment über den Sinn des Daseins zu reflektieren. Was liegt also näher als sich selbst zu kasteien, dem gewohntem Komfort von 2 Zimmer, Küche, Bad zu entsagen und sich den launenhaften Einflüssen von Wind und Wetter auszusetzen um die Existenz des Individuums zurück zu ihrem Ursprung zu führen.

Feuer, Fleisch, Flaschbier sind die Mittel die es uns ermöglichen das Hirn zu rebooten um den Blick auf das Wesentliche zu schärfen und dem omnipräsentem alltäglichem social Media Schwachsinn zu entfliehen. Vor lauter WhatsApperei scheinen einige Spacken vergessen zu haben wie sich ein echtes Gespräch anfühlt, was es ausmacht und vor allem das sich auf diesem Weg auch gemeinsame Standpunkte finden und Konflikte klären lassen.

Anyway. Das Feuer brennt, der Alk fließt und die Stimmung ist Mangels elektronischer Rundumbeschallung hervorragend, Back too the Roots war schließlich auch mal das Motto einer BU Party.

Tiefenentspannt geht es am Freitag um 7:30 Uhr auf die Gasse, 10 Stempelstationen und ca. 525 km wollen abgeritten werden um die vollen 50 Schwarzpulver-Rallye-Punkte ein zu sammeln, was uns trotz einiger Begegnungen der aufregenderen Art auch gelingt.

Ein verlorener Fußbremsdruck, ein Autobahnrodeo zwischen Sattelzug und PKW, ein Gummimopped mit sich langsam lösendem Kardan sowie eine landwirtschaftlich überladene Zugmaschine mittig hinter einer Straßenkuppe „parkend“ können uns nur kurz irritieren.

Auch ein ungeplanter Shoppingausflug und ein daraus resultierendes Faltbett-Probeschlafen , in der verführerischen Warenwelt eines Megastores, verzögert die Ankunft am heimischen Lagerfeuer nur unerheblich, sorgt jedoch dafür das etliche Taler den Besitzer wechseln und die Ausrüstung optimiert wird.

Genügend Themen also um im abendlichen Stuhlkreis tiefer in die Thematik ein zu steigen, Arbeitskreise zu bilden und durch anschließende Meditation eine basis-gechillte Grundlage für den nächsten Morgen zu schaffen. Irgendwann ertönt dann auch der Qi-Gong und sorgt für eine ausgeglichene ruhige Nacht.

Am Samstag schlägt dann die Stunde der Wahrheit. Geschicklichkeit mit Mopped und Flinte sind gefragt und werden auf unterschiedlichste Art und Weise unter Beweis gestellt. Während vor dem Schützenhaus noch außermittige Zentimeter am Vorderrad gemessen werden, kann man schon den Donnerhall der abgefeuerten Vorderlader hören um nach Abzug des Pulverdampfes erwartungsvoll der löchrigen Zielscheibe entgegen zu gehen und anschließend freudestrahlend oder tief bedröppelt das Ergebnis zu diskutieren.

Angeraten ist auch die Kontrolle der ausgehängten Ergebnisse am Abend, denn nur sofort bekundete Unmutsäußerungen haben eine Chance vom Exekutivkommitee der Jury gehört zu werden . Ansonsten kann man sich als Mopfer betrachten und darf nicht weiter meckern. Basta!!

Dann lieber erst mal ’ne ordentliche Grundlage geschaffen um den kommenden Ereignissen gewachsen zu sein. Hier zeigt sich wie sinnvoll ein gut geführter Gesprächskreis den Teamgeist fördert denn es wird geflissentlich vermieden dem Chefkoch unterstützend in die Quere zu kommen und so kann dieser nach „gefühlten 20 Stunden“ ein wirklich gelungenes Gulasch auf die Teller bringen. Lecker das ganze.

Später am Abend startet dann die Party mit Live-Band und ordentlich RambaZamba. Einige Protagonisten, die sich allzu intensiv mit dem „Odenwälder Bub“ angefreundet haben, kommen in den Genuß „geführter“ Wanderungen zurück zum Schlafsack.

Der Sonntag Morgen ist sowohl der inneren wie auch der äußeren Reinigung vorbehalten, verbunden mit eingespielten Ritualen , bevor es zur Siegerehrung geht. Hier kam der Stammi zu einem weiteren Pokal für die zweitgrößte Gruppe sowie in der Teamwertung zu beachtlichen Ergebnissen.

Fakt ist, ein mehrtägiger Aufenthalt in Gottes freier Natur, unter Aussparung von Elektrizität und fließend Wasser, sorgen für Erinnerungen, soweit sie nicht der Partyeuphorie zum Opfer gefallen sind, von denen sich im Rest des Jahres prima leben lässt.

So long, Juxer