Stammtischparty

Klein , Fein u. Gemein , Stammtischparty in Fulda

oder : Selbstmordpaletten, Hut-Ei u. „normale“ Biker

Wollen wir denn dieses Jahr auch ne Stammtischparty machen? So die überraschende Frage unseres „Leader of the Pack“ an einem der Stammtischabende im Winter.

Jo ; Nö ; Vielleicht ; Eventuell ; Weiß nicht …….. die Antworten kamen zögerlich, die Meinungen waren kontrovers u. Einigkeit sieht anders aus, denn jedem war klar diese Frage bedeutet Arbeit u. finanzielles Risiko. Man entschied sich schließlich für einen Termin im September, nichts weltbewegendes sondern schön übersichtlich u. besser ist das sowieso wenn die zu verrichtende Arbeit noch schön weit weg ist u. für die mentale Vorbereitung ausreichend Zeit zur Verfügung steht.

KLEIN sollte es sein, vielleicht ein paar Einladungen u. Aushänge an moppedverdächtigen Stellen, sowie ’ne kurze Meldung in der BU-aktiv würden genügen.

FEIN sollte es sein, so mit kulinarischen Hochgenüssen u. kochtechnischen Experimenten, diskreter Mucke u. ’nem kuscheligem Zeltplatz.

GEMEIN war es dann, denn der Ausfall der Saisoneröffnung in Wachenbrunn sorgt dafür das der beurlaubte Freitag im wahrsten Sinne des Wortes zum freien Tag geworden ist der mit neuen Aktivitäten gefüllt werden muss. So kam dann ziemlich schnell der Gedanke die für September geplante Party mitsamt Arbeit u. Risiko auf den Saisoneröffnungstermin zu verlegen, wohlweislich mit dem Anspruch versehen jetzt keine Ersatz – Saisoneröffnung starten zu wollen. Alsdann standen die folgenden Stammtischtreffen unter dem Motto „Stammipartyablauforganisation“ u. siehe da die Eckpfeiler der Veranstaltung sind ziemlich schnell eingerammt , die Zeit vergeht wie im Flug u. der offizielle Partystart ist am 02. Mai erst um 17:00 Uhr obwohl die Blau/Weißen schon seit geraumer Zeit rund um das Gelände gesichtet werden u. dann die ersten Gäste sind.
NEIN man gehört zu keinem MC
NEIN es kommen wohl nur „normale“ Biker
NEIN es gibt keinen Stress hier u. wenn doch dann sind wir ja Kuttenträger das wird schon abschrecken oder vielleicht auch nicht.

Etwas überrascht waren wir dann vom Zulauf der bereits am Freitag einsetzte denn obwohl die bei der Einladung erbetene Vorabmail genutzt wurde, hatten wir nicht mit so viel Andrang am 1. Abend gerechnet. Es sieht schon prächtig aus wenn sich das Partygelände langsam füllt u. die Gäste sich um die Feuerstellen scharen oder am Crepesstand exotische Jacky -, Bacardi -, oder Apfelmus/Calvados – Crepes antesten.

Fazit: Die Nacht war lang der Schlaf war kurz u. die Stimmung großartig.

Am Samstag dann erstmal ordentlich Frühstück u. mittags zur Ausfahrt durch die Ausläufer des Vogelsberges bevor es an die angesetzten Bikerspiele geht die der BU immerhin ein Neumitglied beschert haben. Ein gut mit Zielwasser gestärkter, durch ausreichend Gesichtssedding fürs Tätowieren vorbereiteter u. somit beim Eisenschubsen stark gehandicapter Biker konnte sich vor einer Spontantätowierung seiner Spezies nur durch den Beitritt zur BU retten, schließlich weiß jeder das Tätowierte in der BU einen schweren Stand haben.

Unschön wird es als ein benachbarter miesepetriger Marinekamerad uns beschuldigt seine erst kürzlich abgedeckten u. verzurrten Paletten geraubt zu haben um sie zu verfeuern. Den Blick auf unseren gut gefüllten Holzanhänger verweigert er geflissentlich denn schließlich weiß „man“ ja das Rocker kriminell sind u. warum soll man eine medial gefestigte Meinung ändern. Auch der Hinweis die Paletten waren wahrscheinlich Suizid gefährdet u. hätten sich im Morgengrauen ohne Zeugen ins Feuer gestürzt kommt nicht so richtig an.

Sei’s drum mittlerweile ist auch das Eisauto da u. der vor Ort gegrillte Krustenbraten findet ebenso reißenden Absatz wie die kulinarische Weltneuheit: Krustenbraten – Crepes mit Krautsalat u. Meerrettich. Begleitet wird das ganze von einem DJ der das richtige Händchen für einen Haufen Biker/Innen hat die zuerst ihre müden Knochen am Feuer erwärmen müssen um für das anschließende Zappeln bereit zu sein.

Einen ganz eigenen Partyakzent setzte unsere Lebensmittelbeauftragte da sie dem inflationären Preisverfall bei Ostereiern nicht widerstand u. wir nun die gekauften Mengen unters Volk bringen sollen. Wird beim Frühstück noch zu jedem Gedeck ein Ei gereicht, optional mit Zusatz-Ei, kann am Abend bereits Frei-Ei verteilt werden. Die geschmackliche Vielfalt der angebotenen Sorten, Waldmeisterei, Orangenei, Heidelbeerei, Eierlikörei, Auberginenei, Himbeerei, Kartoffelei u. viele mehr, sorgt zwar für rege Nachfrage aber die Bestände hat auch dies nicht wirklich reduziert, so dass zu jedem Hut nun ein Hut-Ei gereicht wird was dann schließlich in der Aktion : „Vor jedem Hut 2 Eier“ gipfelt.
Fazit: Eieiei. Die Nacht war lang der Schlaf war kurz u. die Stimmung großartig.
Bodenfrost am Sonntagmorgen bringt alle Beteiligten nur langsam auf Betriebstemperatur u. erst der Verzehr von ausreichend Früh-Ei mit Kaffee sorgt für Schwung im Laden. Danach folgt das Übliche: Aufsatteln, Abschied, Abfahren u. für den Stammtisch: Abbau.

Fazit:
KLEIN war letztendlich der Aufwand
FEIN war die Stimmung am gesamten Wochenende
GEMEIN war der blitzartige Sonnenaufgang am Sonntag

Fotos: folgen in kürze

Text: Juxer