Schwarzpulverrallye

BU Stammi Fulda auf der Schwarzpulver-Rallye 2014

oder der Versuch ökologische Standards zu setzen.

Wie allgemein bekannt sind die fossilen Brennstoffe unseres Planeten endlich u. nach ernsthaften Alternativen wird erst gesucht werden wenn alles Öl verbrannt ist.

Daher ist es angeraten alle noch vorhandenen Reserven umgehend zu verbrennen um den Ausstieg aus dem Ölzeitalter zu beschleunigen.

Aus diesem Grund hat sich der BU–Stammtisch Fulda auch dieses Jahr wieder auf den Weg in das kleine Örtchen Hammelbach im Odenwald gemacht um in gewohnter Weise dem Ziel der totalen Energiewende ein Stück näher u kommen.

Nach intensiver Vorbereitungszeit und dem Entschluss mal etwas Diesel durch die Mitführung eines Begleitfahrzeuges mit Hänger zu verbrennen, gipfelt die gesamte Logistikplanung in dem Satz „Schmeißt mal alles auf den Hänger!“.

Da es sich bei der Schwarzpulverrallye im Großen und Ganzen um ein Selbstversorgertreffen handelt ist es ratsam die minimalsten Biwakgrundlagen als da wären: Sitzmöbel, Schlafmöbel, Wohnmöbel, Kochmöbel, Heizmöbel usw. mit sich zu führen.

Nach erfolgter Streckenplanung durch Mr. Propper wurde pünktlich am Donnerstag um 13:00 Uhr gestartet , um am Nachmittag noch bei Tageslicht unser Lager mitten in einem Waldstück beim Schützenhaus des Sport- u. Schützenverein e.V. Hammelbach errichten zu können.

Eine nach und nach entstehende kleine Zeltstadt mit unzähligen Lagerfeuern mitten in einem hochstämmigen Wald dürfte in good old Germany ziemlich einmalig sein, zeigt aber auf was möglich ist wenn Vorschriften bzw. Bedenken abgelegt werden und man den gesunden Menschenverstand walten lässt.

Jedenfalls sorgte der Campground in den nächsten 4 Tagen für ein einmaliges Ambiente.

Die Schwarzpulverrallye besteht aus 3 Abschnitten, Fahrstrecke (es müssen verschiedene Kreisstädte angefahren werden um die Buchstaben des Lösungswortes zu bilden), Geschicklichkeitstest und Schießen mit Vorderladern, für die es jeweils Punkte gibt .

Nach einem langen Abend am Feuer, einer kurzen Nacht und einem zeitigen Weckruf waren wir am Freitag gegen 07:30 zur Abfahrt bereit als einem Teilnehmer unsere Zielsetzung wieder ins Gedächtnis kam und er begann sein Mopped anzuschieben, verbunden mit dem kurzen Hinweis das der Motor nun bei evtl. Stopps weiter vor sich hin blubbern müsse um zusätzlichen Sprit zu verbrennen.

Solcherart wurde unser Bestreben, aktiv an der totalen Energiewende mitzuarbeiten, wieder jedem ins Bewusstsein gerückt und Kaktus entschloss sich spontan durch das Abstellen seiner Dr. BIG, so ziemlich an dem am weitesten entfernten Punkt unseres Rundkurses, dafür zu sorgen das am nächsten Tag wegen Rückführung derselben mittels PKW und Anhänger eine nicht geringe Menge Treibstoff verbrannt werden konnte.

Nachdem wir nun langsam erheblich unter Zeitdruck gerieten, immerhin hatten wir insgesamt ca. 700 km zu bewältigen und mussten neben div. Pausen auch bei 10 Polizeistationen unsere Anwesenheit in der jeweiligen Kreisstadt durch Stempel bestätigen lassen, wurde beschlossen die Seitenstrassen zu verlassen und das Durchschnittstempo zu erhöhen. Diesem Entschluss wollte sich ein mitreisendes Uralgespann jedoch nicht ohne weiteres beugen und so spaltete sich die Truppe ca. 80 km vor dem Ziel in 2 Marschsäulen. Während Trupp 1 zügig unter Vollgas und dem damit verbundenem Spritverbrauchsanstieg dem Waldbiwak zustrebte um das Abendmahl zu richten, manche sprachen von einem Mitternachtsbüffet, versuchte Trupp 2 durch häufig wechselnde Fahrtempi, je nach Steigung oder Gefälle, nicht beteiligte Autobahnnutzer durch Abbremsen und Beschleunigen an unseren heheren Zielen zu beteiligen. Ein einzylindriger Boxermotor in Verbindung mit 2 warnblinkenden Begleitern, unterwegs mit atemberaubenden Geschwindigkeiten (25–75 km/h) als Minikonvoi in frostiger Dunkelheit, eröffnete den Beteiligten völlig neue Einblicke in die Sinnhaftigkeit des Daseins.

Doch alles wird gut und nach einer kurzen Nacht sowie einem wirklich kräftigendem Frühstück, Rührei und Speck sei Dank, konnten wir uns am Samstag Vormittag dem Geschicklichkeitstest, aus ca. 15 m Fahrt sollte so nah wie möglich mit dem Vorderrad an einen improvisierten Bordstein gehalten werden, widmen.

Anschließend bescherte uns die Umsetzung der philosophische Erkenntnis „Kochen ist die letzte Freiheit“ einen kulinarisch herausragenden Eintopf zu Mittag, Rezept gibt’s bei Mr. Propper, kurz bevor es an die Königsdisziplin „3 Schuß mit dem Vorderlader“ ging.

Schießen wie annodunnemal die Musketiere, eine Erfahrung für sich.

Mit zahllosen Tipps und wohlmeinenden Ratschlägen versehen konnte ich als Schwarzpulverneuling dann die unkaputtbaren Zielscheiben testen. Erst Tage später bei meiner tel. Nachfrage kam das Eingeständnis des Veranstalters „Ja man hätte 3 Kugeln übrig gehabt und man wüsste nicht ….. und evtl. wäre nicht richtig geladen worden ….. man könne ja mal die Kugel vergessen ….. usw.

Immerhin kann ich meine Scheibe nächstes Jahr erneut nutzen was ja auch zur Kostensenkung des Veranstalters beiträgt. 🙂

Anyway ….die Party am Samstag mit Livemusik war laut, lang, feucht und schmutzig wie es sich für ein Bikerevent gehört, was dem Aufbruch am Sonntag eine ganz eigene Dynamik verlieh.

Zuerst jedoch die Siegerehrung am Schützenhaus und siehe da wir stellten die zweitgrößte Gruppe (Biker Union 11 Personen) sowie den jüngsten Selbstfahrer (Fabi 20 Jahre) der auch dank Wikingers selbstloser Hilfe und Unterstützung in seiner Klasse den 1. Platz belegte, Wikinger selbst belegte den 5. Platz in seiner Klasse.

Alles in allem ein gelungenes Wochenende und mit dem Ziel einer ökologischen Wende vor Augen werden wir auch nächstes Jahr wieder ausreichend Fleisch aus Massentierhaltung, wer ist schon so gemein und schlachtet glückliche Tiere vom Biohof, auf den Grill bzw. in den Topf werfen und ordentlich Sprit verbrennen..

So long, Juxer

Dabei waren: Wikinger, Meister Proper, Paparazzi, ADAC-Klaus, Micha, Ralf, Hans, Juxer, Kaktus,

Fotos: Paparazzi

Text: Juxer