Runder Tisch zum Thema „Motorradlärm“ beim Verkehrsminister von Rheinland-Pfalz

Die Biker Union e.V. setzt sich für die Versachlichung der Debatte ein
Auf Einladung des Verkehrsministers von Rheinland-Pfalz, Dr. Volker Wissing, trafen sich am 29. Januar 2021 Vertreter des Verkehrs- und des Innenministeriums des Landes sowie
verschiedener Verbände zu einem Runden Tisch, um über das im letzten Jahr vieldiskutierte Thema „Motorradlärm“ zu sprechen. Wegen der Corona-Beschränkungen mußte das Treffen als Video-Konferenz durchgeführt werden.
Staatssekretär Andy Becht, der wegen einer länger dauernden Landtagssitzung in
Vertretung von Minister Dr. Wissing die Gesprächsführung übernommen hatte, machte
bereits in seiner Einführung klar, daß es dem Ministerium wichtig ist, Lösungsansätze zur
Reduzierung der Belastung für stark vom Motorradverkehr betroffene Regionen im Konsens mit allen Betroffenen zu finden, also auch unter Einbindung der Vertreter der Motorrad- Community. In den Eingangsstatements der Teilnehmer am Runden Tisch wurden zunächst die aktuelle Lage in Rheinland-Pfalz sowie Vorschläge zur Lösung des in der letzten Zeit immer weiter eskalierenden Konflikts zwischen betroffenen Anwohnern und Motorradfahrenden vorgestellt.
„In den Sommermonaten haben wir in den Medien und der Öffentlichkeit eine richtige
Kampagne gegen die Fahrerinnen und Fahrer motorisierter Zweiräder erlebt“, sagte Rolf
„Hilton“ Frieling, Vorsitzender der Biker Union, im Anschluß an die Video-Konferenz.
„Motorisierte Zweiräder wurden im Zusammenhang mit der „Entschließung des Bundesrats zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm“ aus dem Mai 2020 immer wieder als lärmende Spaßfahrzeuge dargestellt. Deswegen war es mir wichtig, zunächst auf die verheerende Wirkung dieser Bunderatsentschließung hinzuweisen, die eine konstruktive Auseinandersetzung mit den an einigen Orten unstrittig vorhandenen Problemen deutlich erschwert hat. Wenn die Ländervertretung Dinge von der Bundesregierung fordert, die bereits heute geltendes Recht sind, deren Durchsetzung aber in die Verantwortung der Länder fallen, darf man sich nicht wundern, wenn viele Motorradfahrende das Vertrauen in die politischen Institutionen verlieren.“
„Ich war sehr angetan davon, daß es der Landesregierung von Rheinland-Pfalz offenbar
wirklich um einen konstruktiven Dialog und einen fairen Interessenausgleich zwischen den Betroffenen und Beteiligten geht“, so Frieling weiter. „Daran sollten sich andere
Bundesländer ein Beispiel nehmen.“
„Auch uns als größter Interessenvertretung der Fahrerinnen und Fahrer motorisierter
Zweiräder in Deutschland ist bewußt, daß es an einigen stark frequentierten
Motorradstrecken Handlungsbedarf gibt. Alle Teilnehmer waren sich jedoch einig darüber, daß die Sperrung von öffentlichen Straßen für motorisierte Zweiräder kein geeignetes Mittel zur Lösung dieser Probleme ist. Unsere Verantwortung, in unserer eigenen Klientel das notwendige Problembewußtsein zu schaffen, nehmen wir sehr ernst. Deswegen haben wir bereits in den vergangenen Jahren an vielen lokalen Aktionen der zuständigen Behörden teilgenommen und werden das auch in der Zukunft tun. Zudem sind wir maßgeblich an der Erstellung eines Strategiepapiers der Motorrad-Community zur Weiterentwicklung der zweirädrigen Mobilität beteiligt, das eine gute Grundlage für die weiteren Diskussionen darstellen wird.“
In dem Gespräch wurde vereinbart, den Runden Tisch als Plattform für die Entwicklung von zielführenden Lösungsansätzen in Rheinland-Pfalz fortzuführen, in der Zukunft hoffentlich in Präsenzform. Zudem sollen die geknüpften Kontakte für den Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung bei geplanten Aktionen genutzt werden. Wegen der bevorstehenden Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz wird die nächste Sitzung allerdings vermutlich erst zu Beginn des II. Quartals 2021 stattfinden können.

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