Online-Streitgespräch über die Folgen von „Motorradlärm“

Die Biker Union e.V. setzt sich auch weiterhin für den Dialog mit den

Betroffenen ein

Am 21. September 2021 fand auf Einladung der Zeitung „Behörden Spiegel“ eine weitere

Online-Diskussionsrunde über das Streitthema „Motorradlärm“ statt. Teilnehmer waren

neben dem Vorsitzenden der Initiative „Silent Rider e.V.“ und Bürgermeister der Gemeinde

Nideggen in der Eifel, der stellvertretenden Vorsitzenden des „Vereinigte Arbeitskreise gegen

Motorradlärm e.V.“ (VAGM) und dem Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Offenburg auch

der Vorsitzende der Biker Union e.V., Rolf „Hilton“ Frieling. Moderiert wurde das ca. 1 ½

stündige Gespräch von einem Redakteur des „Behörden Spiegel“.

In der Sache gingen die Meinungen zwischen den beiden Lagern zum Teil weit auseinander,

wobei von den „Lärmgegnern“ inhaltlich keine neuen Aspekte eingebracht wurden. Marco

Schmunkamp von „Silent Rider“ erklärte noch einmal, daß die Initiative statt der bisher

geforderten allgemeinen Schallobergrenze von 80 dB(A) für Motorräder nun eine

wissenschaftlich noch zu ermittelnde Obergrenze fordert, die gesundheitliche Schäden bei

der betroffenen Bevölkerung verhindern müsse. Edith Götz vom VAGM vertrat wiederholt die

Ansicht, daß auch eine große Zahl von legal betriebenen Motorrädern neuerer Bauart viel zu

laut und damit gesundheitsgefährdend sei.

„Ich kann nachvollziehen, daß in einer öffentlich geführten Diskussion über das Thema

„Motorradlärm“ die Vertreter der Contra-Seite ihre Situation und die Gründe für Ihre

Forderungen in möglichst dramatischer Weise darstellen“, sagte Rolf Frieling nach dem

Streitgespräch. „Denn sie wollen ja möglichst viel öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen, wie

alle drei Gesprächspartner betonten. Aber wenn Urteile des Bundesverfassungsgerichts als

obsolet bezeichnet und eine „wissenschaftliche Studie“ zitiert werden, die sich beim

nachträglichen Faktencheck  als Pressemitteilung eines Landesverkehrsministeriums

herausstellt, deren Aussagen schon bei einer oberflächlichen Überprüfung nicht zur

Verallgemeinerung geeignet sind, kommen einem Zweifel, ob solche Debatten wirklich

zielführend sind. Zudem  war ich sehr überrascht, daß der Leiter der

Verkehrspolizeiinspektion bei mir den Eindruck hinterlassen hat, daß er die aktuelle

Rechtslage in Sachen Verkehrsüberwachung und Typzulassung offenbar nur in Teilen

kennt.“

„Meine Versuche, eine Vielzahl von substanzlosen Behauptungen richtigzustellen, wurden

von meinen Gesprächspartnern weitgehend ignoriert oder als irrelevant abgetan, eine

Erfahrung, die ich bereits in anderen Diskussionsrunden zum Thema „Motorradlärm“ machen

mußte. Man könnte das auch als eine Art von Realitätsverweigerung bezeichnen“, so

Frieling.

„Offensichtlich trifft die im Strategiepapier der Bundesarbeitsgemeinschaft Motorrad

(BAGMO) „Motorradfahren in Deutschland – Die Zukunft gestalten – Konflikte vermeiden“

enthaltene Selbstverpflichtung und die nachdrücklich angebotene Dialogbereitschaft der

Motorrad-Community nicht überall auf Gegenliebe. Das ist keine gute Voraussetzung für

konstruktive Lösungsansätze und für einen für beide Seiten akzeptablen

Interessenausgleich. Trotzdem sind wir auch weiterhin zur Zusammenarbeit bereit, wie die

Aktivitäten unserer gemeinsamen Kampagne  „Hochschalten!  Dialog statt Verbot“

eindrücklich zeigen“.

Das Strategiepapier der BAGMO kann unter

https://www.bikerunion.de/Downloads/presse/BAGMO_Strategiepapier_Motorradmobilitaet_ _2021.pdf heruntergeladen werden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.